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Wachstumshormon-Rechner
Evaluation der somatotropen Aktivität: Der freie IGF-1-Index
Die Diagnostik des Wachstumshormon-Stoffwechsels (Somatopause, GHD) ist aufgrund der pulsatilen Sekretion des Wachstumshormons (GH) klinisch anspruchsvoll. Einzelmessungen von GH besitzen eine geringe Validität. Daher wird primär der periphere Effektor, das Insulin-like Growth Factor 1 (IGF-1), als stabilerer Parameter herangezogen.
Die Relevanz der Bindungsproteine
Im Serum zirkuliert IGF-1 zu über 95 % gebunden an spezifische Bindungsproteine, primär an das IGF-Binding Protein 3 (IGFBP-3). Nur der freie, ungebundene Anteil ist biologisch aktiv und kann an die entsprechenden Rezeptoren binden. Eine isolierte Betrachtung des Gesamt-IGF-1 kann daher bei Veränderungen der Bindungsproteinkonzentrationen (z. B. durch nutritive Faktoren, Leberfunktion oder hormonelle Kontrazeptiva) zu Fehlinterpretationen führen.
Methodik: Der molare Quotient
Der freie IGF-1-Index berechnet das molare Verhältnis zwischen IGF-1 und IGFBP-3. Da die Bindung im Idealfall stöchiometrisch im Verhältnis 1:1 erfolgt, dient dieser Quotient als mathematisches Surrogat für die Bioverfügbarkeit von IGF-1. Die Berechnung erfolgt durch die Konvertierung der Massenkonzentrationen (µg/l bzw. mg/l) in Stoffmengenkonzentrationen (nmol/l), um die unterschiedlichen Molekulargewichte auszugleichen.
Interpretation und klinische Limitationen
Ein niedriger Index kann auf eine verminderte Bioverfügbarkeit von IGF-1 hindeuten, selbst wenn das Gesamt-IGF-1 im statistischen Referenzbereich liegt. Es sind jedoch wesentliche methodische Einschränkungen zu beachten:
- Weitere Bindungsproteine: Der Index vernachlässigt die Affinitäten zu IGFBP-1, -2, -4, -5 und -6 sowie die Rolle der säurelabilen Untereinheit (ALS).
- Proteolyse: Gewebespezifische Proteasen modifizieren die Bindungsaffinität von IGFBP-3, was rechnerisch nicht erfasst wird.
- Alters- und Geschlechtsspezifität: Die Interpretation muss zwingend anhand altersadaptierter Referenzwerte erfolgen, da die Aktivität der somatotropen Achse mit zunehmendem Lebensalter physiologisch abnimmt.
Haftungsausschluss
Dieser Rechner dient ausschliesslich der mathematischen Unterstützung bei der Evaluation vorliegender Laborwerte. Die Resultate stellen keine medizinische Diagnose dar und sind nicht als Basis für therapeutische Interventionen (z. B. Substitutionstherapien) zu verwenden. Eine fundierte klinische Beurteilung durch eine medizinische Fachperson unter Berücksichtigung der Gesamtsymptomatik und weiterer diagnostischer Parameter ist unerlässlich. Die Nutzung erfolgt auf eigene Gefahr.
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