• PFDI-20 Fragebogen: Systematische Erfassung von Beckenbodenbeschwerden

  • Klinische Indikation des PFDI-20

    Der Pelvic Floor Distress Inventory (PFDI-20) ist ein standardisiertes, urogynäkologisches Assessment-Instrument zur Quantifizierung der individuellen Symptombelastung bei Beckenbodenerkrankungen. Er dient der strukturierten Anamnese und erfasst Beschwerden über drei separate Subskalen, welche die anatomischen Kompartimente des Beckenbodens abbilden:

    • POPDI-6 (Pelvic Organ Prolapse Distress Inventory): Erfasst mechanische Symptome eines Deszensus genitalis (Beckenbodensenkung).
    • CRADI-8 (Colorectal-Anal Distress Inventory): Quantifiziert kolorektale und anale Dysfunktionen.
    • UDI-6 (Urinary Distress Inventory): Evaluiert urologische Beschwerden, einschliesslich Harninkontinenz und Miktionsstörungen.

    Die isolierte Auswertung dieser Subskalen ermöglicht eine differenzierte Lokalisierung der führenden Pathologie und bildet die Basis für eine evidenzbasierte, klinische Entscheidungsfindung.

    Wissenschaftliche Validierung

    Der PFDI-20 ist in der internationalen Primärliteratur breit abgestützt und wissenschaftlich validiert. In der medizinischen Diagnostik impliziert die Validierung, dass ein Messinstrument einen strikten methodischen Prüfungsprozess durchlaufen hat und spezifische psychometrische Kernkriterien erfüllt:

    • Konstruktvalidität: Der Fragebogen misst präzise das klinische Konstrukt (Beckenbodendysfunktion), das er zu messen vorgibt.
    • Reliabilität (Zuverlässigkeit): Bei wiederholter Durchführung ohne zwischenzeitliche therapeutische Intervention liefert das Instrument reproduzierbare, stabile Resultate.
    • Responsivität (Änderungssensitivität): Der Fragebogen besitzt die methodische Trennschärfe, um klinisch relevante Veränderungen nach einer konservativen oder operativen Intervention messbar zu machen. Die minimale klinisch relevante Differenz (MCID – Minimal Clinically Important Difference) für den Gesamtscore ist exakt definiert; eine Reduktion um mindestens 22,9 Punkte belegt einen signifikanten Therapieerfolg.

    Methodik der Erhebung

    Die Quantifizierung der Symptombelastung erfolgt retrospektiv für den Zeitraum der vergangenen drei Monate. Die Auswertung resultiert in einem metrischen Wert, wobei ein höherer Score direkt mit einer stärkeren Symptombelastung korreliert. Diese objektive Datenerhebung ist zwingend erforderlich zur Etablierung eines Ausgangsbefundes (Baseline) vor Behandlungsbeginn sowie für das fortlaufende Therapiemonitoring in der Praxis.

    WICHTIG:

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